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Annemarie Kury

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Wie alles begann: November 1991 - ZIB 2 und "Runder Tisch"

Entsetzlich Bilder der Vertriebenen aus Ostkrotaien, aus Vukovar - und eine sehr enttäuschende Debatte: Viele kluge Beiträge, aber niemand an diesem runden Tisch bot aktive Hilfe an. Reden, aber nicht Handeln. Niemand stellte die entscheidende Frage: Was können WIR tun, damit wieder Frieden wird?"

Ich spürte die Wut in mir - und plötzlich musste ich mich selber fragen: "Was tu' eigentlich ich?"

Seit Jahren kannte ich Frau Jelena Brajsa, Leiterin der Caritas in Zagreb. So rief ich Schwester Jelena an und fragte, ob ich etwas tun konnte und was sie brauchen würden. Ihre Antwort war ein Hilfeschrei:

"Wir brauchen ESSEN, ESSEN, ESSEN!"

Kurz entschlossen besorgte ich rund 600 kg Lebensmittel und einige Medikament, lud sie in meinen PKW und fuhr am Mittwoch, 27. November 1991 damit nach Zagreb. Ein Empfehlungsschreiben, das ich mir selbst ausgestellt, mit Stempeln versehen und ins Serbokroatische und Englische übersetzen lassen, sollte mir den Weg ebnen:

"Die diplomierte Krankenschwester Annemarie Kury ist beauftragt,
lebenswichtige Dinge ins Krisengebiet zu bringen."

Dieses Stück Papier und meine alte Schwesterntracht der Rudolfinerinnen halfen mir, die vielen Kontrollstellen gut zu passieren ...
siehe Reisebericht 11/91

Von nun an wollte ich meine freien Mittwoche dazu nutzen, Lebensmittel zu den Hungernden zu bringen.

Zurück in Wien schrieb ich meinen ersten Reisebericht, damals noch auf der Schreibmaschine, ließ davon 20 Kopien anfertigen und verteilte diese an meine Kinder und Mitarbeiter/innen. Und ich erzählte von meinen Erlebnissen. In der Ordination, in der ich damals noch arbeitete, hörte eine Patientin meine Schilderungen - ich ahnte nichts davon. Einige Tage später kam sie wieder und brachte die gute Nachricht: Ihr Mann wolle auch helfen. Er wolle ein großes Buffet anlässlich einer Wissenschaftspreisverleihung absagen und das so gesparte Geld den Vertriebenen in den kroatischen Lagern zukommen lassen. Bald darauf hatte ich einen Termin beim Rektor der Universität für Bodenkultur, Universitätsprofessor Dr. Werner Biffl. Ich konnte ihm zusichern, Lebensmittel in der Höhe des gespendeten Betrages in drei Fahrten persönlich zu überbringen. Dies legte den Grundstein für meine weiteren Reisen und war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Gleich einem Schneeballsystem setzte sich die Aktion fort. Auch bei einigen anderen großen Festen wurde und wird bis heute auf Geschenke verzichtet - zu Gunsten von Spenden - von 1991 - 94 für Kroatien, seit Frühjahr 1994 für Bosnien.

Über alle meine Reisen schrieb und schreibe ich heute noch Reiseberichte, die ich verteilte und mit der Post verschickte. Heute versende ich 200 Reiseberichte per Mail, 100 per Post und 100 weiter verteile ich persönlich.

Meine ungewöhnlichen Reisen - Schritte der Hoffung gibt es auch als Buch.